Wetter von Firun bis Peraine 1044 BF

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Der Firun war dieses Jahr unaufgeregt, grau und kühl, kaum Schnee… Eine harmonische Fortsetzung des Hesindes. Selbst mir war es zum Schluss zu langweilig und ich habe lange Spaziergänge gemacht. Dabei ist mir aufgefallen, dass die Wolken fast aus dem Himmel fielen, so als würden sie auf ihrem Weg übers Land langsam einschlafen und absinken… Der Beleman selbst schien erschlafft. Doch aufgeritzt an den scharfen Kanten der blätterlosen Bäume schreckten die Wolken wieder hoch und formierten sich neu. Einige Wolkenfetzen sind in den Ästen hängen geblieben. Gefühlt Tage, Wochen… Wer weiß, vielleicht hängen sie dort noch? Aber ich langweile sogar meine Leser, es scheint ansteckend zu sein. Dabei ist der Firun längst vergangen, ja sogar der düstere Tsa ist schon vorbei. Tsa war dunkel und nass, ein Segen für die Pflanzen, doch für die Seele eine Geduldsprobe. Es musste dann der Herr der Sterne richten, Phex hatte Erbarmen mit uns. Mit ihm und dem Erscheinen der Madascheibe, die sich auch den ganzen Winter bedeckt gehalten hat, ist endlich wieder Bewegung in die Lüfte gekommen. Der Beleman, diese Schnarchnase, hat es gar nicht mitbekommen, dass er vertrieben worden ist von Harunka, die mehrere Tage lang über das flache Land gejagt ist und sämtliche Wolkenfetzen aus den Bäumen gefegt hat. Hui hat es da gepfiffen in meinem Ofen! Und die alte Ulme am Bach ist ganz überrascht umgefallen. Seit Mitte Phex ist die Natur wieder erwacht. Alle stehen in den Startlöchern. Nur das Rabenpärchen, das sonst in der alten Ulme genistet hat, ist dieses Jahr gar nicht erst erschienen. Und eines, verehrte Leserinnen und Leser, muss ich noch berichten. Kaum war es ein paar Tage hell und mild, da kam mich doch eine Freundin besuchen und erzählte mir, ihr Vater sei letztes Jahr gestorben und nun wolle sie für ihn etwas Schönes pflanzen und sie habe ganz besondere weiße Rosen gefunden. Und nun wollte sie wissen, wann diese denn wohl blühen würden? Zunächst wollte ich lachen und ihr mitteilen, dass dies wohl nur Peraine und Tsa wissen könnten, aber dann musste ich niesen und meine Nase betrügt mich nie, wie Ihr wisst! Nun, im Peraine, habe ich ihr gesagt, wahrscheinlich bereits in der ersten Peraine-Hälfte, wenn sie gut gewässert und vom Wind geschützt sind. Es kündigt sich ein milder Frühling an, begleitet von einem sanften Beleman, der die Bauern in der Saatzeit mit seiner feuchten Brise erfreuen wird.

Aufgeschrieben von Efferlil Silberhaar